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Viril-Flusskrebs Faxonius virilis(Hagen, 1870)




Status

Bisher wurde die Art noch nicht in Deutschland nachgewiesen, sie ist allerdings im Aquarienhandel erhältlich. Um die biologische Vielfalt zu schützen, muss die Freisetzung und Etablierung dieser invasiven Art verhindert werden. Zu diesem Zweck wurde der Viril-Flusskrebs 2016 auf die Unionsliste invasiver Tierarten (Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung) gesetzt.


Aussehen

Der Viril-Flusskrebs erreicht eine Größe von 8 bis 12,5 cm. Die Männchen sind dabei meist größer als die Weibchen. Die Tiere haben eine rötliche- bis oliv-braune Färbung. An dem Panzer befinden sich seitliche Höcker und gelegentlich paarige schwarze Flecken. Die Scheren besitzen ebenfalls Höcker und die Spitzen sind orange bis rötlich gefärbt. An den Rändern der Scheren sitzt eine Reihe kleiner, gelber Tuberkel.


Verbreitung

Die Art ist ursprünglich in Nordamerika verbreitet und wurde dort mehrfach in anderen Regionen der Vereinigten Staaten freigesetzt. In den Niederlanden hat sich die invasive Art wahrscheinlich durch den Aquarienhandel bereits angesiedelt.



Lebensweise

Viril-Flusskrebse leben in Fließ- und Stillgewässern und sind Allesfresser. Sie können unter Steinen und Ästen gefunden werden, wo sie sich vor Räubern verstecken. Die Tiere sind nach 1 bis 2 Jahren geschlechtsreif und die Weibchen können bis zu 500 Eier legen. Die Tiere werden bis zu 4 Jahre alt.


Bedeutung für das Ökosystem und für den Menschen

Der Viril-Flusskrebs gehört zu den Amerikanischen Flusskrebsen, womit er auch ein Überträger der amerikanischen Krebspest ist. Die Krankheit ist für europäische Flusskrebsarten sehr gefährlich, wobei der Viril-Flusskrebs als Wirt gegen die Krankheit immun ist.

Durch die Grabaktivität des Krebses kann es bei hoher Populationsdichte zu Erosionen an Uferböschungen kommen. Zusätzlich kann es zu einer Resuspendierung von Sediment im Wasser kommen, wodurch sich die Ausbreitung von Wasserpflanzen verringern könnte.


Ähnliche Arten

Der Viril-Flusskrebs ist durch seine Färbung des Panzers und der Scheren von den heimischen Flusskrebsen (Astracus astracus, Austropotamobius pallipes und A. torrentium) zu unterscheiden. Die heimischen Flusskrebse besitzen außerdem keine Höcker.


Publikationen

Rabitsch, W., Gollasch, S., Isermann, M., Starfinger, U., & Nehring, S. (2012): Erstellung einer Warnliste in Deutschland noch nicht vorkommender invasiver Tiere und Pflanzen.. BfN-Skripten. 331: 154

Schwentner, M, Kubiak, M. (2019): Kartierung invasiver gebietsfremder Großkrebsarten (Crustacea: Decapoda) in der Freien und Hansestadt Hamburg. Behörde für Umwelt und Energie Amt für Naturschutz, Grünplanung und Energie (NGE 3).