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Gemeiner Sonnenbarsch Lepomis gibbosus(Linnaeus, 1758)




Status

Invasive Art in Europa. In Hamburg etabliert.


Aussehen

Der Körper des Sonnenbarsches ist gedrungen, hochrückig und seitlich stark abgeflacht. Er besitzt eine kleine, etwas oberständige Maulspalte, die nicht bis an die Augen reicht. Die Rückenflosse ist ungeteilt mit einem höheren hinteren Teil. 35 – 47 mittelgroße Kammschuppen sind entlang der Seitenlinie vorhanden. Der Körper hat eine grüne bis blaugrüne Grundfärbung und grünblau schimmernde Querbinden. Kehle und Brust sind orange, der Bauch gelblich. Die Flossen sind gelb bis grün gefärbt. Der Kiemendeckellappen endet in einem hellen Rand mit einem orangenen oder roten Fleck. Davor befindet sich ein schwarzer Fleck. Der Sonnenbarsch erreicht in Mitteleuropa in der Regel eine Körperlänge von 20 cm, in seinem Ursprungsgebiet ausnahmsweise auch über 30 cm. Das maximale Gewicht liegt bei 630 g.


Verbreitung

www.gbif.org/species/2394486

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Sonnenbarsches umfasst die warm temperierten Zonen im Osten Nordamerikas, von New Brunswick, Kanada, bis Florida, USA. Die 1887 nach Europa eingeführte Art kommt inzwischen in vielen europäischen Gebieten vor und bildet vielerorts sich selbst erhaltende Bestände. Bekannt sind Vorkommen u. a. aus Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Rumänien, Schweiz, Tschechien und Ungarn.

Basierend auf den bisher verfügbaren Nachweisen ist die Art im Hamburger Stadtgebiet als sehr selten einzuschätzen. Sowohl die historischen als auch die aktuellen Nachweise stammen ausschließlich aus dem Gewässersystem der Alster.


Lokale Verbreitung


Lebensweise

Der Sonnenbarsch bevorzugt als Lebensraum klare, pflanzenreiche, flache und warme Bereiche stehender oder langsam fließender Gewässer mit sandigem bis kiesigem Bodensubstrat. Die Laichzeit liegt zwischen April und Juli. Die Sonnenbarsche laichen in Ufernähe in Laichmulden, wenn die Wassertemperaturen 16 – 18 °C erreicht haben. Anschließend wird das Gelege vom Männchen bis zum Schlupf der Larven bewacht und mit Frischwasser befächelt. Sonnenbarsche werden in der Regel mit 1 – 2 Jahren geschlechtsreif. Sie fressen vor allem Wirbellose, aber auch Fischlaich und kleine Fische.


Bedeutung für das Ökosystem und für den Menschen

Aufgrund seiner Seltenheit sind gravierende Einflüsse des Sonnenbarsches auf die Bestände heimischer Fischarten im Hamburger Stadtgebiet derzeit nicht zu erwarten. Falls in abgeschlossenen und kleineren Gewässern zukünftig höhere Bestandsdichten von Sonnenbarschen auftreten sollten, könnten hier Probleme durch Laichfraß oder Nahrungskonkurrenz mit heimischen Arten auftreten. Außerdem kann bei hohen Bestandsdichten das Zooplankton deutlich reduziert werden, wodurch Eutrophierungseffekte verstärkt werden könnten.Verwechslungsmöglichkeiten des Sonnenbarsches bestehen mit anderen Arten der Gattung Lepomis, z.B. mit dem Grasbarsch (Lepomis cyanellus Rafinesque, 1819), aber auch mit dem Ohrenbarsch (Acantharchus pomotis (Baird, 1855)), dem Forellenbarsch (Micropterus salmoides (Lacepède, 1802)) und dem Schwarzbarsch (Micropterus dolomieu Lacepède, 1802). Im Unterschied zum Sonnenbarsch hat der Grasbarsch ein deutlich größeres Maul und einen flacheren Körperbau. Der Ohrenbarsch besitzt eine hinten abgerundete Schwanzflosse. Forellen- und Schwarzbarsch haben eine durch einen tiefen Einschnitt geteilte Rückenflosse und eine deutlich höhere Anzahl von Seitenlinienschuppen als der Sonnenbarsch.  


Ähnliche Arten

Verwechslungsmöglichkeiten des Sonnenbarsches bestehen mit anderen Arten der Gattung Lepomis, z.B. mit dem Grasbarsch (Lepomis cyanellus Rafinesque, 1819), aber auch mit dem Ohrenbarsch (Acantharchus pomotis (Baird, 1855)), dem Forellenbarsch (Micropterus salmoides (Lacepède, 1802)) und dem Schwarzbarsch (Micropterus dolomieu Lacepède, 1802). Im Unterschied zum Sonnenbarsch hat der Grasbarsch ein deutlich größeres Maul und einen flacheren Körperbau. Der Ohrenbarsch besitzt eine hinten abgerundete Schwanzflosse. Forellen- und Schwarzbarsch haben eine durch einen tiefen Einschnitt geteilte Rückenflosse und eine deutlich höhere Anzahl von Seitenlinienschuppen als der Sonnenbarsch.


Publikationen

THIEL, R. & THIEL, R. (2013): Atlas der Fische und Neunaugen Hamburgs. Freie und Hanse-stadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. 1 - 170