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Kamberkrebs Faxonius limosus(Rafinesque, 1817)




Status

Die ersten Tiere wurden 1895 in Deutschland ausgesetzt. Der Kamberkrebs hat sich heutzutage in Deutschland etabliert und ist großräumig verbreitet.


Aussehen

Für die Bestimmung der Art ist die kräftige seitliche Bedornung im Wangenbreich vor der Nackenfurche charakteristisch. Charakteristisch sind außerdem ein Paar Augenleisten und ein Dorn auf der Innenseite des Scherenbeins. Der Körper ist grau bis oliv und manchmal bräunlich gefärbt. Ein besonderes Merkmal ist außerdem die orange Färbung der Scherenspitzen, die außerdem mit einem dunklen Band farbig abgegrenzt sind. Auffällig ist außerdem die rostbraunen Querbinden auf der Rückenseite des Hinterleibs.


Verbreitung

Der Krebs stammt ursprünglich aus den nordöstlichen Vereinigten Staaten und dem östlichen Kanada. Er wurde nach West- und Mitteleuropa eingeschleppt und ist dort mittlerweile, die am meisten verbreitete Flusskrebs-Art.



Lebensweise

Der Kamberkrebs lebt bevorzugt in stehenden oder langsam fließenden Gewässern in niedrigen Höhenlagen. Der Krebs ist ein Allesfresser und ernährt sich von verschiedenem organischem Material. Die Weibchen legen bis zu 680 Eier. Die Tiere werden nach 1-2 Jahren geschlechtsreif. Sie haben eine Lebenserwartung von 3-4 Jahre und sie werden ca. 12 cm lang. Zusätzlich ist eine parthenogenetische Fortpflanzung möglich.


Bedeutung für das Ökosystem und für den Menschen

Der Kamberkrebs ist ein Überträger der amerikanischen Krebspest, die für europäische Flusskrebsarten tödlich ist. Der Kamberkrebs selbst ist allerdings immun gegen die Krankheit. Zusätzlich überträgt er auch Wasserschimmel-Arten (Saprolegnia spp.). Der Krebs gräbt außerdem Wohnröhren, die zu einer Destabilisierung des Sediments führen könnte.


Ähnliche Arten

Der Kamberkrebs ähnelt in einigen Merkmalen dem Steinkrebs und Galzierkrebs. Er unterscheidet sich jedoch von den beiden Arten durch die rostbraunen Querstreifen am Hinterleib und durch das Dornenfeld vor der Nackenfurche.


Publikationen

Martin, P. Bestimmungsschlüssel der Flusskrebse in Sachsen. Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft – Fischereibehörde.

Rabitsch, W., & Nehring, S. (2017): Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für in Deutschland wild lebende gebietsfremde aquatische Pilze, Niedere Pflanzen und Wirbellose Tiere. Bundesamt für Naturschutz.

Schwentner, M, Kubiak, M. (2019): Kartierung invasiver gebietsfremder Großkrebsarten (Crustacea: Decapoda) in der Freien und Hansestadt Hamburg. Behörde für Umwelt und Energie Amt für Naturschutz, Grünplanung und Energie (NGE 3).