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Bambusbockkäfer Chlorophorus annularisFabricius, 1787




Aussehen

Der Bambusbockkäfer ist ein sehr schlanker und mittelgroßer Käfer mit einer gelben Grundfärbung und auffälliger schwarzer Zeichnung. Er erreicht eine Körpergröße von 1 bis 1,5 cm kann aber durch seine langen schmalen Fühler und rotbraunen Beine größer erscheinen.


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Verbreitung

Der Bambusbockkäfer kommt ursprünglich aus den gemäßigten bis subtropischen Regionen Südostasiens (ursprüngliches Verbreitungsgebiet: Kambodscha, China, Indien, Japan, Laos, Malaysia, Myanmar, Neuguinea, Sri Lanka, Taiwan, Thailand und Vietnam). Durch internationale Bambus-Importe aus dem asiatischen Raum gelangt er als adulter Käfer oder im Larvenstadium in Bambusrohmaterial aber auch verarbeiteten Produkten in weitentlegene Gebiete. Bisher wurde er im Nahen Osten, Südafrika, Südamerika, Nordamerika, Australien, Neukaledonien und Neuseeland nachgewiesen. Auch nach Europa hat er es geschafft und ist bereits in zwölf Ländern gemeldet wurden. In Deutschland wurde er in neun Städten unteranderen Hamburg gefunden. Innerhalb Hamburgs wurde er durch Importe im Hamburger Hafen nachgewiesen, aber auch außerhalb in Billwerder und Harburg.



Lebensweise

In der Literatur zählt man 14 Pflanzenfamilien auf denen der Bambusbockäfer nachgewiesen wurde. Am Bedeutendsten ist jedoch Bambus als Brutstätte für die Larven. In den ursprünglichen Heimatländern findet die Eiablage an geschnittenem oder gefälltem, luftgetrocknetem Bambus statt. Die Larven entwickeln sich nah an der Oberschicht des Bambus und fressen unregelmäßige Fraßgänge, welche dicht mit pulverförmigen Fraßmehl gefüllt sind. Im Endstadium frisst die Larve eine Puppenwiege und der adulte Käfer schlüpft durch ein rundlich-ovales und glattrandiges Fraßloch. Von Ei zu Käfer dauert es in der Regel ein Jahr. Nach Europa importierte Käfer schlüpfen in der Regel in den warmen Sommermonaten.


Bedeutung für das Ökosystem und für den Menschen

In seinen Herkunftsländern kann der asiatische Bambusbock Schäden an Bambuskonstruktionen anrichten. In Europa und anderen Ländern ist er erst vereinzelt aufgetreten und hat deshalb noch keine Schadeinwirkung auf Ökosysteme gezeigt. Nur Möbelstücke oder Mitbringsel aus Bambus die die Käfer enthalten, werden durch das ausfressen des Schlupflochs beschädigt. Eine Gefährlichkeit für den Menschen besteht nicht.


Ähnliche Arten

Aus der gleichen Gattung kommen in Deutschland noch weitere einheimische Arten vor und deshalb besteht Verwechslungsgefahr. Am ähnlichsten sieht er dem Variablem Widderbock (Chlorophorus varius) welcher auch gelb mit schwarzer Zeichnung ist. Anhand des Musters auf dem Halsschild der Käfer lassen diese sich aber einfach auseinanderhalten. Der Bambusbockkäfer besitzt eine schwarze Makel in Form eines umgedrehten Ypsilons während der Variable Widderbock nur eine breite schwarze Querbande hat.


 

Die Käfer werden 8 bis 14 Millimeter lang. Sie sind langgestreckt und walzenartig geformt.

 

Publikationen

Seidel M, Lüttke M, Coquempot C, Potts K, Heeney WJ, Husemann M (2021): Citizen scientists significantly improve our knowledge on the invasive long-horn beetle Chlorophorus annulatus (Fabricius, 1787) (Coleoptera: Cerambycidae) in Europe.. BioRisk. 16: 1 - 13