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Asiatische Tigermücke Aedes albopictus(Skuse, 1894)




Status

unklar


Aussehen

Die Asiatische Tigermücke ist eine relative kleine Stechmückenart (< 10 mm), die durch eine auffällige schwarz-weiße Musterung des Körpers und Beine charakterisiert ist. Alleinstellungsmerkmal der Art ist ein einzelner, silbrigweißer Strich auf dem Thorax (=Rücken).


Verbreitung

Die Art stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Spätestens seit den 80er Jahren findet im Zuge der Globalisierung eine weltweite Ausbreitung der Art statt (z.B. durch den Transport von an Pflanzen und Autoreifen anheftenden Eiern). Neben Asien ist die Art inzwischen besonders auf dem amerikanischen Kontinent weit verbreitet. In Europa weist die Asiatische Tigermücke in Italien und dem übrigen Mediterranen Raum hohe Populationsdichten auf. Die Art wird von dort regelmäßig über den Autoverkehr nach Deutschland eingeführt und hat vor allem in Süddeutschland inzwischen auch lokal etablierte, überwinternde Populationen.



Lebensweise

Die Asiatische Tigermücke kann fast jeden Lebensraum besiedeln, zeigt jedoch deutlich höhere Populationsdichten in anthropogen beeinflussten Habitaten. Dabei ist sie im Larven- und Puppenstadium wie alle Stechmückenarten auf aquatische Brutplätze angewiesen. Natürlicherweise besiedelt die Art Baumhöhlen oder Blattachseln. Im urbanen Raum weicht die Art aber auf eine Vielzahl künstlicher Brutgewässer wie Regentonnen, Plastikeimer oder verstopfter Regenrinnen aus. Die Eier der Art sind für mehrere Monate trockenresistent, was ihre Verbreitung bei der Anheftung an global transportierten Waren (z.B. Pflanzen und Autoreifen) begünstigt. Im Gegensatz zu vielen anderen Stechmückenarten ist die Asiatische Tigermücke deutlich tagaktiver und hat dadurch in Kombination mit einer starken Präferenz für den Menschen als Blutwirt auch eine hohe Relevanz als  Plageart.


Bedeutung für das Ökosystem und für den Menschen

Der Einfluss der Art auf Ökosysteme ist wahrscheinlich als gering zu betrachten. International gibt es jedoch vereinzelte Berichte von Verdrängungen anderer, teilweiser einheimischer Stechmückenarten mit einer ähnlichen Brutplatzpräferenz (z.B. Baumhöhlen). Für den Menschen spielt die Art als kompetenter Überträger vielfältiger Krankheitserreger eine große Rolle. In Europa sind hierbei mit der Art assoziierte Ausbrüche des Chikungunya-Virus, Dengue-Virus und Zika-Virus zu nennen. In Deutschland sind die Populationsdichten hierfür aktuell aber wahrscheinlich noch zu gering.


Ähnliche Arten

In Deutschland gibt es mehrere einheimische Stechmückenarten, die teilweise ähnlich aussehen. Dabei ist insbesondere die Große Ringelmücke (Culiseta annulata) zu nennen, die zwar wie die Asiatische Tigermücke geringelte Bein hat, jedoch deutlich größer ist und keinen silbrigweißen Strich auf dem Thorax aufweist. Daneben haben auch andere einheimische Vertreter der Gattung Aedes geringelte Bein, denen jedoch auch die charakteristische Rückenzeichnung fehlt.